Online Familienchronik

Im Januar 2003 erschienen die von Mathias Ospelt redigierten neun Bände der Vaduzer Familienchronik. Dieses Gesamtwerk baut inhaltlich auf die Angaben von Fridolin Tschugmells «Familienbuch Vaduz 1550–1950» auf. Die Daten in diesem unveröffentlichten Manuskript von Tschugmell sind zwar einigermassen umfassend, jedoch stellenweise fehlerhaft. Zum Teil sind Lebensdaten oder Ehepartner falsch angegeben, zum Teil sind (weitere) Kinder einer Familie nicht erwähnt. Eine Überprüfung von Tschugmells Daten anhand der Originalquellen hat jedoch für die 2003 erschienene neunbändige Familienchronik nicht stattgefunden – dies primär aus zeitlichen Gründen. Daher ist es wahrscheinlich, dass doch einige dieser Daten nicht stimmen oder fehlen.

Mathias Ospelt konnte aber im Rahmen der oben erwähnten Arbeit die fehlenden neueren Daten für die Jahre zwischen 1950 und 2002 ergänzen, wobei hier der 30. Juni 2002 als Endstichtag gesetzt wurde. Die Quellen dazu lieferten das Vaduzer Gemeindearchiv, die Vaduzer Einwohnerkontrolle sowie das Zivilstandsamt. Da jedoch ein grosser Zeitdruck herrschte in Bezug auf die Fertigstellung der im Januar 2003 erschienenen gedruckten Familienchronik, enthalten diese neun Bände viele Lücken und Schreibfehler, die nach erfolgter Drucklegung leider nicht mehr behoben werden konnten.

Inzwischen haben mehrere Gemeinden Liechtensteins damit begonnen, die Stammtafeln und Stammbücher ihrer Bürgergemeinden aufzuarbeiten und online zugänglich zu machen, so die Gemeinden Balzers, Eschen, Ruggell, Schaan, Schellenberg und Triesenberg. Währenddem Schaan im vergangenen Jahr 2015 noch eine fünfbändige Printausgabe mit den Stammtafeln ihrer Bürgerfamilien publizierte, liegt in den weiteren Gemeinden der Fokus primär auf der Erarbeitung einer Online-Ausgabe. In Bezug auf die Verwendung eines Datenprogramms zeichnet sich seit Mitte 2016 ein koordiniertes Vorgehen der meisten liechtensteinischen Gemeinden ab. Darauf hat sich zwischenzeitlich auch die Vorsteherkonferenz des Landes Liechtenstein geeinigt, anlässlich ihrer Sitzung vom 30. Juni 2016 in Balzers.

Die Gemeinde Vaduz möchte die Erarbeitung einer aktualisierten und verbesserten Online-Edition der Vaduzer Familienchronik nun ebenfalls angehen. Dies entspricht sicher auch einem breiten Bedürfnis und Wunsch der Vaduzer Bevölkerung. Mit einer Überprüfung, Ergänzung und Nachführung der in der Printausgabe von 2003 publizierten Daten wird dementsprechend eine wertvolle und unverzichtbare Grundlagenarbeit für die Vaduzer Bevölkerung geleistet. Da die im Jahr 2003 publizierten Daten nicht anhand der Primärquellen (Pfarrbücher, Zivilstandsakten) überprüft wurden, ist es erforderlich, den gesamten Datenbestand von Grund auf neu zu erfassen und zu bearbeiten.

Am 22. März 2016 beauftragte der Gemeinderat die Arbeitsgruppe „Familienchronik online“ mit der Erstellung eines ausführlichen Konzeptes „Umsetzung Familienchronik Vaduz – Aktualisierung und Online-Version“.

Ziel der neuen Vaduzer Familienchronik ist es, die Daten aller Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger von Vaduz mitsamt ihren Stammfamilien in einem Genealogieprogramm (Ahnenforschungsprogramm) elektronisch zu erfassen, so dass wir schliesslich über eine Online-Datenbank verfügen, die öffentlich zugänglich sein wird. Wichtig ist es dabei, die eingangs skizzierten Mängel der 2003 erschienenen Printausgabe möglichst vollständig zu beseitigen. Die Datenbank soll laufend aktualisiert werden. Es ist das Ziel, die Stammdaten einer Vaduzer Bürgerfamilie in einer grafisch ansprechenden Darstellung gegen eine fixe Gebühr zu erstellen und abzugeben. Zielkunden des Projekts der neuen Vaduzer Familienchronik sind die Gemeinde Vaduz, sämtliche Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde sowie weitere Interessierte. Die interessierten Benutzer können so rasch und unkompliziert Antworten finden auf Fragen zur Herkunft und Geschichte der Vaduzer Bürgerfamilien sowie der einzelnen Bürgerinnen und Bürger. Auf eine nochmalige Erstellung einer Printausgabe der Vaduzer Familienbücher soll hingegen verzichtet werden.