Jahresrechnung 2019

 

Die Jahresrechnung 2019 wurde nach dem neuen Gemeinde-Finanzhaushaltsgesetz und der Gemeinde-Finanzhaushaltsverordnung abgeschlossen. Gesetz und Verordnung sind ab 1.1.2016 in Kraft. Per 31.12.2019 sind alle im in Gesetz Verordnung festgehaltenen Massnahmen umgesetzt.

Gesetz vom 7. Mai 2015 über den Finanzhaushalt der Gemeinden (Gemeinde-Finanzhaushaltsgesetz; GFHG)

 

IV. Gemeinderechnung

Art. 16

Zuständigkeit

1) Der Gemeindevorsteher hat die Gemeinderechnung über das abgelaufene Rechnungsjahr bis spätestens Ende Mai des folgenden Jahres der Geschäftsprüfungskommission zur Revision vorzulegen.

2) Die Geschäftsprüfungskommission hat die Gemeinderechnung innerhalb von drei Wochen zu revidieren. Wird die Revision nicht fristgerecht erledigt, kann der Gemeindevorsteher die Geschäftsprüfungskommission ermahnen und allenfalls Anzeige bei der Regierung erstatten.

3) Die Geschäftsprüfungskommission hat nach Abschluss der Revision dem zuständigen Gemeindeorgan über das Ergebnis ihrer Prüfung zu berichten und Antrag auf Genehmigung der Gemeinderechnung und Entlastung der Organe zu stellen.

4) Mit der Genehmigung der Gemeinderechnung dürfen keine Ausgabenbeschlüsse verbunden sein.

5) Das zuständige Gemeindeorgan beschliesst auf Antrag des Gemeindevorstehers über die Verwendung des Jahresergebnisses.

6) Die Gemeinderechnung ist zusammen mit dem Bericht der Geschäftsprüfungskommission elektronisch öffentlich zugänglich zu machen.

7) Die Regierung regelt das Nähere mit Verordnung, insbesondere die Dauer und den Umfang der Veröffentlichung nach Abs. 6.

 

Art. 19

Inhalt der Gemeinderechnung

Die Gemeinderechnung enthält:

a) die Erfolgsrechnung;

b) die Investitionsrechnung;

c) die Bilanz;

d) den Anhang;

e) die Jahresrechnungen der Stiftungen.

 

Erläuterungen zur Jahresrechnung

Die Jahresrechnung 2019 der Gemeinde Vaduz schliesst mit einem Ertragsüberschuss von CHF 41.4 Mio. ab und liegt damit gesamthaft gesehen über den budgetierten Erwartungen von CHF 15.7 Mio.

Das Gesamtergebnis teilt sich auf in betriebliche Tätigkeit (CHF 21.2 Mio.) und auf Finanzergebnis (CHF 20.2 Mio.).

Das betriebliche Ergebnis fiel um CHF 7.5 Mio. höher aus wie budgetiert. Die grössten positiven Abweichungen liegen bei den Steuereinnahmen (+ CHF 4.6 Mio.) sowie bei nicht ausgeschöpften Budgets des Sachaufwandes (- CHF 3.6 Mio.). Einzig die Abschreibungen wurden zu tief budgetiert (+ CHF 0.7 Mio.)

Der Vergleich des Finanzergebnisses von CHF 20.2 Mio. mit dem Budget hat keine Aussagekraft, da die realisierten und die nicht realisierten Markt- und Devisenerfolge nicht budgetiert werden. Nach einem Nettomittelabfuss bei den Depots hätte am Ende des Jahres ein Wert von CHF 223,0 Mio. resultiert. Dank einer Performance von 8.46 % konnte ein Markt- und Devisenerfolg von CHF 18.7 Mio. erzielt werden. Zinsen und Dividenden abzüglich Kosten in der Höhe von CHF 1.7 Mio. führten zu einem Gewinn von CHF 20.3 Mio. und zu einem Marktwert per 31.12.2019 von CHF 243.4 Mio.

 

Die wichtigsten Feststellungen:

  • Das Ergebnis der Gemeinderechnung 2019 fiel ausserordentlich hoch aus. Das ist vor allem auf das sehr gute Finanzergebnis sowie die stabilen Einnahmen aus Steuern und Abgaben zurückzuführen.
  • Die Einnahmen aus Steuern und Abgaben fielen nur im Vergleich zum Voranschlag deutlich höher aus. Sie entsprechen praktisch denjenigen des Vorjahres.
  • Die betrieblichen Aufwendungen blieben 5.6 % unter dem Voranschlag und 3.3 % unter dem Vorjahresniveau.
  • Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit erhöhte sich im Vorjahresvergleich wiederum und stieg auf CHF 21,2 Mio.
  • Nach einem negativen Vorjahr erholten sich die Finanzmärkte im Berichtsjahr stark. Dies führte zu einem ausserordentlich hohen Finanzergebnis von CHF 20.2 Mio. (Vorjahr - CHF 9.8 Mio.)
  • Das hohe Nettoinvestitionsvolumen von CHF 39.3. Mio. entspricht eine Umsetzungsquote von 123%, was bedeutet, dass CHF 7,4 Mio. mehr ausgegeben wie budgetiert wurden.
  • Für die Gesamtrechnung ergibt sich eine Mittelzunahme von CHF 43.1 Mio. davon entfallen CHF 41.4 Mio. auf den Ertragsüberschuss und CHF 1.7 Mio. auf die Zunahme der Neubewertungsreserve. Die Neubewertungsreserve wurde mit einem Endsaldo von CHF 97.3 Mio. auf das Eigenkapital gebucht.
  • Der betriebliche Aufwand liegt mit CHF 48.0 Mio. um CHF 2.9 Mio. unter Budget. Während die Personalkosten das Budget geringfügig überschritten (+1.4 %) fielen der Sachaufwand und die Beiträge wesentlich tiefer aus. (-11.7 %). Die Abschreibungen auf Finanz- und Verwaltungsvermögen wurden um 8.7 % zu tief eingeschätzt.

 

Ausblick

Aufgrund der stabilen Steuereinnahmen und des sehr guten Finanzergebnisses schloss die Gemeinderechnung 2019 mit einem ausserordentlich positiven Ergebnis ab. Während die Aufwandseite wiederum unter dem Voranschlag blieb, war das unerwartet hohe Finanzergebnis in dieser Form nicht prognostizierbar.

Das positive Ergebnis 2019 kann allerdings nicht als Massstab für die zukünftigen Ausgaben herangezogen werden. So zeigen gerade die aktuellsten Entwicklungen rund um das Coronavirus, wie wichtig ausreichende Reserven für den Gemeindehaushalt sind. Infolge der weltweiten Corona-Krise gaben mit Ausnahme von Gold alle Anlageklassen, am stärksten die globalen Aktien, nach. Die Gemeinde sah sich mit einer Minusperformance von 5.09 % (- CHF 13.8 Mio.) konfrontiert. Verglichen mit den Verlusten im Börsenjahr 2018 sind dies rund CHF 4.0 Mio. mehr.

Auf einen Blick (Factbox)

Gesamtrechnung

Verpflichtungskredite

Revisionsbericht

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