Pilotversuch «schmale Kernfahrbahn» auf der Schaanerstrasse in Vaduz
Die Gemeinde Vaduz führt ab Mai 2026 auf der Schaanerstrasse einen Pilotversuch mit einer sogenannten schmalen Kernfahrbahn durch. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und eine verträgliche Nutzung des vorhandenen Strassenraums für alle Verkehrsteilnehmenden zu ermöglichen.
Verbesserung der Verkehrssituation
Die Schaanerstrasse ist eine wichtige Sammelstrasse mit Tempo 50 (teilweise Tempo 30 im Bereich Schwimmbad) und wird sowohl vom motorisierten Verkehr als auch vom Fuss- und Radverkehr intensiv genutzt.
Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsansprüche sowie des bestehenden und künftig zu erwartenden Verkehrsaufkommens soll die Verkehrssituation verbessert werden. Ziel des Pilotversuchs ist insbesondere:
- die Erhöhung der objektiven und subjektiven Sicherheit für Radfahrende
- die bessere Sichtbarkeit des zu nutzenden Fahrbahnkorridors
- eine verträgliche Verkehrsabwicklung zwischen motorisiertem Verkehr sowie Fussgänger/innen und Radfahrenden
Umsetzung der schmalen Kernfahrbahn
Im Rahmen des Pilotversuchs wird die bestehende rund sechs Meter breite Fahrbahn neu markiert. Beidseitig werden Radstreifen mit einer Breite von je 1.50 Metern angebracht. In der Mitte verbleibt eine rund drei Meter breite Kernfahrbahn für den motorisierten Verkehr.
Charakteristisch für diese Verkehrsführung ist der Verzicht auf eine klassische Mittellinie. Die Fahrzeuglenkenden orientieren sich stattdessen an den seitlichen Radstreifenmarkierungen.
Funktionsweise im Verkehr
Die neue Gestaltung führt zu einer optischen Verschmälerung der Fahrbahn. Dadurch wird ein angepasstes Fahrverhalten begünstigt: Es wird in der Regel langsamer und aufmerksamer gefahren, und das kooperative Verhalten im Begegnungsfall wird gefördert.
Im Begegnungsfall dürfen Fahrzeuge die unterbrochene Markierung der Radstreifen überfahren, sofern Radfahrende nicht behindert werden. Die Radstreifen sind grundsätzlich dem Radverkehr vorbehalten und müssen von diesem benutzt werden. Parkieren auf den Radstreifen ist nicht zulässig.
Die Gesamtbreite der Fahrbahn bleibt unverändert, sodass Begegnungen zwischen Fahrzeugen weiterhin möglich sind.
Pilotcharakter und Begleitung
Da die schmale Kernfahrbahn in Liechtenstein eine neue Lösung darstellt, erfolgt die Umsetzung im Rahmen eines Pilotversuchs. Dieser wird von Mai bis Herbst 2026 durchgeführt und fachlich begleitet.
Zur Beurteilung der Wirkung werden unter anderem Verkehrserhebungen, Beobachtungen des Fahrverhaltens sowie Auswertungen zur Verkehrssicherheit durchgeführt. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weitere Massnahmen.
Abschnitt und Umsetzung
Der Pilotversuch umfasst die Schaanerstrasse im Abschnitt zwischen Marianumstrasse und Lochgass. Die bestehende Signalisation bleibt weitgehend erhalten und wird punktuell angepasst. Ergänzend werden Informationstafeln vor Ort installiert, um die Verkehrsteilnehmenden über die neue Verkehrsführung zu informieren.
Vorteile der Massnahme
Die schmale Kernfahrbahn bietet mehrere Vorteile:
- Verbesserung der Sicherheit und Sichtbarkeit für den Radverkehr und Fussgänger/innen
- Förderung eines rücksichtsvollen und aufmerksamen Fahrverhaltens
- effiziente Nutzung des bestehenden Strassenraums ohne bauliche Eingriffe
- kostengünstige und flexibel anpassbare Lösung
Mit dem Pilotversuch sammelt die Gemeinde Vaduz wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung von Strassenräumen und die Weiterentwicklung einer sicheren und nachhaltigen Mobilität.
